Aktionsprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“: Was Industrie und KMU jetzt wissen müssen

Das Bundeskabinett hat am 3. Juni 2026 das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) beschlossen – und damit den Startschuss für ein neues Förderprogramm gegeben, das produzierende Unternehmen, Mittelständler und innovative KMU direkt ansprechen wird. Wenn du in der Industrie tätig bist oder Produkte herstellst, solltest du jetzt hellhörig werden.

Was steckt hinter dem Aktionsprogramm?

Die Bundesregierung setzt mit dem neuen Aktionsprogramm einen zentralen Koalitionsvertrag-Baustein um: Deutschland soll unabhängiger von Rohstoffimporten werden – und produzierende Unternehmen sollen dabei eine Schlüsselrolle spielen. Das Ziel: Stoffkreisläufe schließen, weniger Primärrohstoffe einsetzen und neue Wertschöpfungspotenziale durch Kreislaufwirtschaft erschließen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider brachte es auf den Punkt: „Kreislaufwirtschaft macht unsere Wirtschaft unabhängiger. Sie schützt unsere Unternehmen, wenn internationale Lieferketten brüchig werden oder Handelswege blockiert sind.“ Das Gesamtvolumen: 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) bis 2029 – plus zusätzliche 305 Millionen Euro aus dem Klimaschutzprogramm 2026 mit explizitem Fokus auf KMU-Pilotprojekte.

Das neue Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“

Kernstück des Aktionsprogramms ist das neue Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“, das ab Ende 2026 Unterstützung bieten soll. Drei Förderschwerpunkte sind besonders relevant für die Industrie:

  • Innovative Produktionsverfahren: Förderfähig sind Investitionen in neue Fertigungs- und Verarbeitungsverfahren, die Ressourcen schonen und Abfälle reduzieren.
  • Wiedergewinnung kritischer Rohstoffe: Unternehmen, die Rohstoffe aus Produktionsrückständen oder Altprodukten zurückgewinnen – z.B. aus Batterien, Elektronik oder Metalllegierungen – können mit Förderung rechnen.
  • Digitale Anwendungen: KI-gestützte Prozesssteuerung, digitale Produktpässe und zirkuläre Datenräume sollen gezielt gefördert werden, um Kreislaufwirtschaft in der Praxis umzusetzen.

Daneben entstehen innovative Recyclinganlagen und Geschäftsmodelle mit zirkulärem Ansatz als eigenständige Förderkategorie – auch Start-Ups aus dem Industrieumfeld können sich bewerben.

Weitere Maßnahmen: Plattform, Digitalisierung, Recht

Neben dem Förderprogramm umfasst das Aktionsprogramm elf weitere Maßnahmen, die für produzierende Unternehmen relevant werden:

  • Umsetzungsplattform (ab Herbst 2026): Eine neue Plattform bringt Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung zusammen – für Kooperationsprojekte und den Zugang zu privatem Kapital.
  • Digitalisierungsinitiative: Digitale Produktpässe, industrielle Datenräume und KI-Anwendungen werden gezielt ausgebaut – Betriebe, die früh einsteigen, verschaffen sich Wettbewerbsvorteile.
  • Öffentliche Beschaffung: Unternehmen mit Bundesbeteiligung müssen künftig mehr Recyclingprodukte einkaufen – das eröffnet Zulieferern neue Absatzmärkte.

Wer profitiert konkret?

Das Programm richtet sich ausdrücklich an Branchen mit hohem Rohstoffeinsatz und Transformationspotenzial: Maschinenbau, Metallverarbeitung, Bauwesen, Elektro- und Elektronikindustrie, Mobilität und Textil. Auch Handwerksbetriebe, die auf ressourceneffiziente Verfahren umstellen wollen, sollten sich das Programm genau ansehen.

Für KMU besonders attraktiv: Die zusätzlichen 305 Millionen Euro aus dem Klimaschutzprogramm 2026 sind explizit für Pilotprojekte in kleinen und mittleren Unternehmen vorgesehen. Hier dürfte die Förderintensität höher ausfallen als bei Großunternehmen.

Was du jetzt tun solltest

Das Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ öffnet voraussichtlich Ende 2026 zur Antragstellung. Jetzt ist die ideale Zeit, um dich vorzubereiten:

  • Prüfe, welche Produktions- oder Recyclingprozesse in deinem Betrieb förderfähig sein könnten
  • Dokumentiere bestehende Rohstoffströme und Abfallmengen als Grundlage für einen Förderantrag
  • Informiere dich frühzeitig über Antragsvoraussetzungen – denn Fördermittel dürfen grundsätzlich erst beantragt werden, bevor das Projekt beginnt

Wenn du Unterstützung bei der Einschätzung deiner Fördermöglichkeiten oder der Vorbereitung eines Antrags brauchst, stehen wir dir gerne zur Seite. Melde dich jetzt für eine kostenlose Erstberatung.