Gute Nachrichten für produzierende Unternehmen mit hohem Energiebedarf: Mit dem Industriestrompreis 2026 steht ab sofort ein neues, milliardenschweres Bundesförderprogramm zur Verfügung, das gezielt energieintensive Betriebe bei ihren Stromkosten entlastet. Die Förderrichtlinie wurde in dieser Woche im Bundesanzeiger veröffentlicht und tritt damit in Kraft.
Was ist der Industriestrompreis?
Der Industriestrompreis ist ein neues staatliches Entlastungsinstrument des Bundes, das auf dem europäischen Clean Industrial Deal State Aid Framework (CISAF) basiert. Die EU-Kommission hat das Programm am 16. April 2026 beihilferechtlich genehmigt. Ziel ist es, Unternehmen in carbon-leakage-gefährdeten Branchen vor Wettbewerbsnachteilen durch hohe Energiepreise zu schützen und gleichzeitig Standortverlagerungen ins Ausland zu verhindern.
Wer profitiert – und wie viel?
Das Programm folgt der sogenannten „4×50″-Logik:
- Förderbar sind bis zu 50 % des jährlichen Stromverbrauchs
- Die Entlastung beträgt 50 % des durchschnittlichen Börsenstrompreises
- Eine Preisuntergrenze von 50 EUR/MWh (5 ct/kWh) stellt sicher, dass der Anreiz zur Energieeffizienz erhalten bleibt
Das Gesamtvolumen des Programms für die Laufzeit 2026–2028 beträgt rund 3,8 Milliarden Euro. Das Programm richtet sich an Branchen wie Stahl, Aluminium, Chemie, Papier, Glas, Keramik und andere energieintensive Industriezweige.
Carbon-Leakage-Schutz: Bin ich dabei?
Anspruchsberechtigt sind Unternehmen in Sektoren, die als besonders gefährdet gelten, ihre Produktion aufgrund hoher CO₂- und Energiekosten ins Ausland zu verlagern. Diese Sektoren sind in der EU-CISAF-Liste definiert. Wenn du in der energieintensiven Industrie tätig bist – zum Beispiel in der Metallverarbeitung, chemischen Produktion, Papierherstellung oder Glasfertigung – lohnt es sich unbedingt, die Förderfähigkeit deines Unternehmens zu prüfen.
Wann und wie wird beantragt?
Die Antragstellung erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – jedoch rückwirkend: Unternehmen können die Fördermittel für das gesamte Jahr 2026 erstmals Anfang 2027 beantragen. Gleiches gilt für die Jahre 2027 und 2028.
Das bedeutet: Auch wenn du heute noch keinen Antrag stellen kannst, solltest du dich jetzt vorbereiten. Die Förderung ist an Klimaschutzauflagen geknüpft – Unternehmen müssen konkrete Investitionen in klimafreundliche Technologien nachweisen. Je früher du die notwendigen Prozesse und Dokumente aufbaust, desto reibungsloser läuft die Antragstellung 2027.
Was du jetzt tun solltest
- Förderfähigkeit prüfen: Fällt deine Branche unter den CISAF-Carbon-Leakage-Schutz?
- Stromverbrauch dokumentieren: Beginne jetzt mit der lückenlosen Erfassung deines Stromverbrauchs für 2026 – diese Daten brauchst du für den Antrag 2027.
- Klimaschutzmaßnahmen planen: Die Förderung ist an Investitionen in Klimaschutz geknüpft. Welche Maßnahmen kommen für dein Unternehmen in Frage?
- Vor Projektbeginn beraten lassen: Wie bei allen Förderprogrammen gilt: Eine professionelle Beratung vor dem Start von Investitionen ist Pflicht – nachträgliche Förderungen sind in der Regel ausgeschlossen.
Fazit: Jetzt handeln, 2027 profitieren
Der Industriestrompreis ist eines der bedeutendsten Förderinstrumente für die energieintensive Industrie seit Jahren. Mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Milliarden Euro und einer klaren Ausrichtung auf produzierende Unternehmen bietet er erhebliches Einsparpotenzial bei den Energiekosten. Wer jetzt die Weichen richtig stellt, kann 2027 von der rückwirkenden Antragstellung voll profitieren.
Du möchtest wissen, ob dein Unternehmen förderfähig ist? Wir helfen dir bei der Einschätzung und der Vorbereitung deines Antrags. Melde dich einfach über unser Kontaktformular – wir melden uns zeitnah bei dir.

