Gleich zwei bedeutende Förderprogramme auf EU-Ebene sind in den letzten Tagen neu bekanntgeworden – und beide sind für Unternehmen aus der Energie- und Industriebranche in Deutschland hochrelevant. Ob du ein Stadtwerk, ein Energieversorger oder ein produzierendes Unternehmen bist: Jetzt ist der richtige Moment, um zu prüfen, ob du von diesen Mitteln profitieren kannst.
1. EU genehmigt 1,3 Milliarden Euro für grünen Wasserstoff in Deutschland
Die Europäische Kommission hat eine deutsche Beihilferegelung über 1,3 Milliarden Euro genehmigt, die den Hochlauf der erneuerbaren Wasserstoffproduktion in Deutschland massiv beschleunigen soll. Die Förderung läuft über das Instrument der European Hydrogen Bank (EHB) im sogenannten „Auctions-as-a-Service“-Verfahren – also über eine wettbewerbliche Auktionsrunde, bei der die effizientesten Projekte den Zuschlag erhalten.
Was wird gefördert? Ziel ist der Aufbau von bis zu 1.000 Megawatt Elektrolysekapazität für die Produktion von grünem Wasserstoff in Deutschland. Gleichzeitig werden grenzüberschreitende Wasserstoffinfrastrukturen in den Blick genommen – ein wichtiger Schritt für eine europaweite Wasserstoffwirtschaft.
Für wen ist das relevant? Primär für Energieversorger, Stadtwerke und Industrieunternehmen, die in der Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff aktiv sind oder werden wollen. Aber auch für produzierende Unternehmen, die Wasserstoff als sauberen Prozessbrennstoff einsetzen möchten, lohnt ein genauer Blick auf die Auktionsbedingungen. Die Entscheidung der EU-Kommission wurde am 20. Mai 2026 bekanntgegeben.
2. EU Innovation Fund Heat Auction: 400 Millionen Euro für saubere Industriewärme
Die EU hat außerdem die Ergebnisse der ersten EU-weiten Auktion für innovative Wärmetechnologien veröffentlicht. Über den EU Innovation Fund werden rund 400 Millionen Euro an 65 ausgewählte Projekte in zehn EWR-Ländern – darunter Deutschland – vergeben.
Was steckt dahinter? Die ausgewählten Projekte setzen auf Technologien wie elektrische Widerstandsheizung, Wärmepumpen, Solarthermie, elektromagnetische Erhitzung und Hybridlösungen, um die industrielle Wärmeerzeugung zu dekarbonisieren. Insgesamt sollen damit mehr als 6,6 Millionen Tonnen CO₂ über zehn Jahre eingespart werden – durch den Ersatz von Erdgas-Heizsystemen in der Industrie.
Für wen relevant? Besonders gefragt waren Branchen, die bisher im Innovationsfonds unterrepräsentiert waren: Papier- und Zellstoffindustrie, Glas, Keramik, Baustoffproduktion sowie Eisen und Stahl. Aber auch Lebensmittel- und Getränkehersteller, Textilunternehmen und die Pharmaindustrie profitieren. Die Ergebnisse wurden heute, am 23. Mai 2026, offiziell bekanntgegeben.
Für die nächste Runde des Innovation Fund lohnt es sich, jetzt schon die Förderkriterien zu studieren und Projektideen zu entwickeln – denn die Vorbereitung solcher Anträge braucht Zeit.
Was du jetzt tun solltest
Beide Programme verdeutlichen einen klaren Trend: Die EU und der Bund investieren massiv in die Dekarbonisierung von Industrie und Energieerzeugung. Wenn du als Energieversorger, Stadtwerk oder produzierendes Unternehmen in diesen Bereichen aktiv bist oder werden möchtest, gilt wie immer der wichtigste Grundsatz der Förderberatung: Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt werden. Wer bereits mit dem Projekt angefangen hat, verliert den Anspruch auf Förderung.
Du hast Fragen zu einem dieser Programme oder möchtest wissen, ob dein Vorhaben förderfähig ist? Meld dich bei uns – wir von VALUEversitas prüfen das gern für dich. Einfach über das Kontaktformular auf dieser Seite oder direkt per E-Mail.

