Neue BMV-Förderung: 1 Milliarde Euro für E-Lkw-Ladeinfrastruktur in Depot und öffentlichem Raum

Pünktlich zur wachsenden Nachfrage nach batterieelektrischen Lkw legt der Bund nach: Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat am 5. Mai 2026 eine neue Förderrichtlinie für den Aufbau von Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge veröffentlicht. Mit einem Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro über vier Jahre ist das eines der größten deutschen Einzelprogramme in diesem Bereich. Für den sofortigen Start stehen zunächst 200 Millionen Euro in drei konkreten Förderaufrufen bereit.

Ob du ein produzierendes Unternehmen mit eigenem Fuhrpark betreibst, Stadtwerke leitest oder als Energieversorger in Ladeinfrastruktur investieren willst – dieses Programm richtet sich genau an dich.

Was wird gefördert?

Im Mittelpunkt stehen depot-basierte Ladelösungen für Unternehmen, die ihre eigene Lkw-Flotte elektrifizieren wollen, sowie öffentlich zugängliche Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge. Damit du nicht nur die Ladesäule selbst, sondern die komplette Infrastruktur fördern lassen kannst, sind folgende Kosten förderfähig:

  • Ladepunkte und Ladeequipment für E-Lkw
  • Netzanschlüsse und Transformatoren
  • Batteriespeicher
  • Lade- und Lastmanagementsysteme
  • Notwendige Bau- und Installationsmaßnahmen

Die Förderquote liegt bei bis zu rund 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Das Programm ist Teil des Masterplans Ladeinfrastruktur 2030 der Bundesregierung.

Drei Förderaufrufe – welcher passt zu dir?

1. KMU-Förderaufruf: Nicht öffentliche Depot-Ladeinfrastruktur

Wenn dein Unternehmen als kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) gilt und du Ladeinfrastruktur im eigenen Betriebsdepot aufbauen willst, ist dieser Aufruf besonders attraktiv: Die Bewilligung erfolgt nach Eingangsreihenfolge (First-Come-First-Served). Anträge sind ab dem 5. Juni 2026 möglich. Wer schnell ist, hat also die besten Chancen.

2. Alle Unternehmen: Nicht öffentliche Depot-Ladeinfrastruktur

Für Großunternehmen und Konzerne mit eigenem Fuhrpark läuft ein separater wettbewerblicher Aufruf. Anträge kannst du vom 26. Mai bis zum 7. Juli 2026 einreichen. Die Auswahl erfolgt anhand des Kriteriums „Fördereuro je aufgebaute Ladeleistung“ – es lohnt sich, ein gut durchgeplantes und kosteneffizientes Projekt einzureichen.

3. Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur

Für Stadtwerke, Energieversorger und andere Betreiber, die öffentliche Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge errichten möchten, gibt es einen eigenen Aufruf. Auch hier gilt der Antragszeitraum 26. Mai bis 7. Juli 2026 mit wettbewerblichem Verfahren. Besonders relevant: Ladestrom aus dem Depot darf auch an Dritte und Subdienstleister abgegeben werden – das macht das Modell für Stadtwerke als Infrastrukturbetreiber wirtschaftlich besonders interessant.

Für wen lohnt sich das besonders?

Das Programm trifft mehrere Zielgruppen gleichzeitig:

  • Produzierende und verarbeitende Unternehmen mit eigener Werkszulieferung oder Auslieferflotte: Depot-Ladeinfrastruktur für die eigenen E-Lkw lässt sich jetzt mit bis zu 40 % Zuschuss umsetzen.
  • Stadtwerke und kommunale Versorgungsunternehmen: Der Förderaufruf für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur bietet die Chance, als regionaler Ladeinfrastrukturbetreiber für schwere Nutzfahrzeuge zu positionieren.
  • Mittelständische Logistik- und Industriebetriebe: Über den KMU-Aufruf gibt es eine besonders einfache, nicht-wettbewerbliche Förderung – schnell stellen, schnell bekommen.

Fazit: Jetzt vorbereiten, vor Projektstart stellen!

Ein wichtiger Grundsatz bei Fördermitteln gilt auch hier: Den Antrag musst du vor Beginn des Projekts stellen. Wer bereits mit dem Bau begonnen hat oder Aufträge vergeben hat, ist in der Regel nicht mehr antragsberechtigt. Angesichts der kurzen Antragszeiträume – besonders beim wettbewerblichen Aufruf ab 26. Mai 2026 – solltest du jetzt mit der Vorbereitung beginnen.

Hast du Fragen dazu, ob dein Projekt förderfähig ist, oder brauchst du Unterstützung bei der Antragstellung? Melde dich gern bei uns – wir helfen dir, die passende Förderung zu identifizieren und den Antrag sauber aufzusetzen.